Schufa-Eintrag löschen? Mit oder ohne Anwalt?

Wie wird ein Schufa Eintrag gelöscht? Benötigt man dabei die Unterstützung eines Anwalts?

Hat man Probleme mit der Schufa, fragt man sich oft, ob man in dieser Situation einen Anwalt beauftragen muss. Man benötigt grundsätzlich nicht unbedingt einen Anwalt, um einen Schufa Eintrag löschen zu lassen. Allerdings ist es in vielen Fällen vorteilhaft, wenn man bei Schufa Problemen einen Anwalt beauftragt, da er die rechtlichen Aspekte umfassend überprüfen kann und somit und die Interessen das bestmögliche Ergebnis erreichen kann. 

Warum ist ein negativer Schufa-Eintrag so belastend?

Man kann bei einem negativen Schufa Eintrag diverse Probleme haben- etwa einen Darlehensvertrag, Mietvertrag, Leasingvertrag, Mobilfunkvertrag u.a. abzuschließen. Denn die Vertragspartner nehmen in der Regel eine Bonitätsprüfung vor und diese ist bei negativen Schufa Einträgen im Ergebnis negativ.

Bei einem negativen Schufa Eintrag ist es sehr oft wichtig eine schnelle Lösung zu finden. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn man dringend eine Mietwohnung benötigt und diese aufgrund der negativen Schufa Auskunft nicht bekommen kann. Um sich einen Überblick über die konkreten Schritte und Vorgehensmöglichkeiten zu verschaffen, empfiehlt es sich den Fall mit einem Rechtsanwalt zu besprechen. Ob es bei Schufa Problemen bei einer Erstberatung durch einen Anwalt verbleibt oder eine umfassende Mandatierung erfolgen sollte, hängt von der Komplexität des Falles ab.

Wie bekommt man Schufa-Auskunft?

Bei Schufa Problemen sollte man zeitnah eine Schufa-Auskunft beantragen. Dies kann man auch selber tun oder auch einen Anwalt damit beauftragen. Zielführende Informationen findet man auf der Schufa Internetseite

Aus Art. 15 DSGVO ergibt sich, dass man ein Recht auf eine Datenkopie der hinterlegten Informationen hat. Aufgrund dieser gesetzlichen Regelung ist die Schufa ist grundsätzlich verpflichtet Auskunft zu erteilen. 

Weitere wichtige gesetzliche Regelungen werden in den Art. 16 und Art 17 DSGVO bestimmt:

Art. 16: Recht auf Berichtigung

Art. 17: Recht auf Löschung

Gem. Art. 16 DSGVO muss ein fehlerhafter Eintrag berichtigt werden. Aus Art. 17 DSGVO ergibt sich ein Anspruch auf umgehende Löschung veralteter und ungerechtfertigter Einträge.

Fehlerhafte Schufa Einträge löschen lassen – mit oder ohne Anwalt? Was sollten Betroffene tun?

Am besten ist es natürlich, wenn man negative Schufa Einträge von vornherein vermeiden kann. Dazu sollte man etwa fällige und ausstehende bzw. offene Rechnungen fristgerecht sollten bezahlen. Denn eine Löschung negativer Schufa-Einträge ist normalerweise nicht möglich, solange die Rechnungen nicht beglichen sind.

Hat man bereits eine Schufa Auskunft eingeholt, so sind die gespeicherten Schufa Daten zu überprüfen- Richtigkeit von Vor- und Nachname, Adressangaben sowie das Geburtsdatum. Außerdem ist zu prüfen, ob z.B. ein Vertragspartner des Betroffenen unzutreffende Informationen an die Schufa übermittelt hat. 

Ein Anwalt kann im Einzelfall prüfen welche gesetzlichen Voraussetzungen beachtet sein müssen, damit ein Unternehmen negative Informationen bzgl. seiner Kunden an die Schufa übermitteln darf. Es sollte auch geprüft werden, ob es Verstöße gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen gibt und sich daraus ein Anspruch auf Berichtigung oder Löschung des Schufa Eintrags ergeben kann.

Wie kann man seinen Schufa Score verbessern?

Das Leben mit einem schlechten Schufa-Score gestaltet sich schwieriger. Daher stellt sich die Frage wie man seinen Schufa Score verbessern kann.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Schufa Score zu verbessern. Hier einige Beispiele was dabei zu beachten ist:

  1. Pünktliche Zahlungen: Pünktliche Zahlungen von Rechnungen und Kreditraten haben einen positiven Einfluss auf den Schufa Score.
  2. Keine Kreditanfragen: Vermeiden Sie unnötige Kreditanfragen, da jede Anfrage den Score negativ beeinflusst. Es empfiehlt sich daher, vor einer Kreditanfrage zu prüfen, ob man tatsächlich einen Kredit benötigt und sich vorab ausführlich zu informieren.
  3. Keine Schulden: Versuchen Sie, Schulden schnellstmöglich zu begleichen und vermeiden Sie neue Schulden, um den Schufa Score zu verbessern.
  4. Regelmäßige Überprüfung: Es empfiehlt sich, den eigenen Schufa Score regelmäßig zu überprüfen, um eventuelle Fehler oder Unstimmigkeiten zu erkennen und zu korrigieren.
  5. Positive Einträge: Wenn man bislang keine oder nur wenige Einträge bei der Schufa hat, kann es sinnvoll sein, positive Einträge zu schaffen, indem man beispielsweise einen Kleinkredit aufnimmt und diesen pünktlich zurückzahlt.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Verbesserung des Schufa Scores nicht von heute auf morgen erfolgt, sondern Zeit und Geduld erfordert.

Schufa Probleme – Anwaltskosten und Rechtsschutzversicherung

Beauftragt man bei Schufa Problemen einen Anwalt, so fallen selbstverständliche gewisse Anwaltskosten an. gewisse Kosten für die anwaltliche Tätigkeit. Darüber sollte man von Anfang an offen kommunizieren. Die Rechtsschutzversicherungen übernehmen in der Regel die Anwaltskosten ihrer Versicherungsnehmer. das sollte frühzeitig geprüft werden.

In welchen Fällen ist ein negativer Schufa Eintrag rechtmäßig?

Ein negativer Schufa-Eintrag kann etwa in folgenden Fällen rechtmäßig sein:

  1. Zahlungsrückstände: Wenn man Zahlungen nicht oder nicht rechtzeitig geleistet hat, kann dies zu einem negativen Schufa-Eintrag führen.
  2. Mahnverfahren: Wenn man im Rahmen eines gerichtlichen Mahnverfahrens eine Mahnung erhalten hat, kann dies zu einem negativen Schufa-Eintrag führen.
  3. Insolvenzverfahren: Wenn man ein Insolvenzverfahren durchlaufen hat, bleibt der Eintrag für drei Jahre bestehen.
  4. Vollstreckungsbescheid: Wenn ein Vollstreckungsbescheid vorliegt, kann dies zu einem negativen Schufa-Eintrag führen.
  5. Kündigung von Krediten: Wenn man einen Kredit nicht ordnungsgemäß zurückzahlt und der Kreditgeber den Kreditvertrag kündigt, kann dies zu einem negativen Schufa-Eintrag führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass ein negativer Schufa-Eintrag nur dann rechtmäßig sein kann, wenn er auf einer rechtlich einwandfreien Grundlage beruht und sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Wenn man der Meinung ist, dass ein negativer Schufa-Eintrag unrechtmäßig ist, kann man den Fall von einem Anwalt überprüfen lassen.

Schufa Eintrag- hat man einen Anspruch auf Schadensersatz?

Bleibt ein falscher SCHUFA-Eintrag länger bestehen, so kann u.U.  auch ein Schadensersatzanspruch gegen die Schufa bestehen. Dabei können sowohl materielle als auch immaterielle Schäden umfasst sein.

Materielle Schäden sind die Kosten oder finanziellen Nachteile, die dem Betroffenen aufgrund der falschen Schufa Einträge und der daraus resultierenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit  entstanden sind. Voraussetzung für einen materiellen Schadensersatzanspruch ist, dass ein Schaden tatsächlich entstanden ist.

Immaterielle Schäden sind quasi eine Art Schmerzensgeld. So kann etwa die Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts einen immateriellen Schadensersatzanspruch begründen. Allgemein kann man sagen, dass je schwerwiegender die Beeinträchtigung durch die falschen Schufa Einträge ist, umso höher auch der Anspruch auf Schadensersatz wäre. Nach der Rechtsprechung der letzten Jahre wurde den Betroffenen bei falschen Schufa Einträgen Schadensersatzbeträge bis zu 5.000,00 € zugesprochen.

Welche Löschfristen gelten bei Schufa-Einträgen?

Bei Schufa-Einträgen gelten verschiedene Löschfristen. Einige dieser Fristen werden im Folgenden aufgezählt:

  1. Erledigte Einträge: Wenn ein Eintrag erledigt ist, d.h. die zugrunde liegende Forderung beglichen wurde, wird der Eintrag in der Regel automatisch nach drei Jahren gelöscht.
  2. Negative Einträge: Ein negativer Eintrag wird nach drei Jahren gelöscht, wenn die Forderung beglichen wurde oder wenn er aufgrund eines Irrtums oder Missverständnisses eingetragen wurde.
  3. Schuldnerverzeichnis: Wenn man im Schuldnerverzeichnis eingetragen wurde, bleibt der Eintrag sechs Jahre lang bestehen.
  4. Privatinsolvenz: Ein Schufa-Eintrag im Zusammenhang mit einer Privatinsolvenz bleibt drei Jahre nach Abschluss des Insolvenzverfahrens bestehen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Schufa Einträge nicht automatisch löscht. Man sollte sich daher selber um die Löschung kümmern.

Schufa Eintrag über Restschuldbefreiung- BGH und EuGH Rechtsprechung?

Handelt es sich um Schufa Einträge bzgl. einer Restschuldbefreiung, so ist die aktuelle Rechtsprechung des BGH sowie des EuGH zu beachten. 

Löschung unberechtigter SCHUFA-Einträge

Gibt es keinen Grund für einen negativen Eintrag, so hat man grundsätzlich einen Anspruch auf Löschung gegen die Schufa. Im Einzelfall kann es strittig sein, ob ein Eintrag berechtigt ist oder unberechtigt ist. Dies sollte genau geprüft werden, idealerweise von einem Anwalt mit Erfahrung in Schufa Fällen.

Schufa Eintrag – Hilfe im Ombudsmannverfahren? 

In manchen Fällen können Betroffene eine Beschwerde im Ombudsmannverfahren einreichen und auf diesem Wege einen negativen Schufa Eintrag entfernen lassen.